News

News from diversity München

There's always news from diversity—here, you'll find all the important information!

Download als PDF: Pressemitteilung CSD 2026


Sehr geehrte Pressevertreter*innen, Liebe Interessierte,

Anlässlich des CSD München 2026 unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“ veröffentlicht diversity München e.V. eine Pressemitteilung zu unseren politischen Forderungen und dem im Juni beschlossenen Aktionsplan QUEER der Bayerischen Staatsregierung.

Wir begrüßen, dass Bayern als letztes Bundesland nun erstmals einen landesweiten Aktionsplan für die Gleichberechtigung queerer Menschen vorgelegt hat. Gleichzeitig sehen wir erhebliche Defizite beim Umfang des Maßnahmenplans und der konkreten Umsetzung. Insbesondere in den Bereichen Bildung, gesellschaftliche Sensibilisierung, Beratung und Förderung queerer Strukturen fehlen aus unserer Sicht verbindliche Maßnahmen, ausreichende Finanzierung und eine landesweite Strategie. Dabei betrifft das Thema rund 1,4 Millionen queere Menschen in Bayern. Gleichzeitig sind queere Menschen weiterhin überdurchschnittlich von Diskriminierung, Ausgrenzung und psychischen Belastungen betroffen.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier unten oder oben als Dokument. Die gesamten Politischen Forderungen des Vereins finden sie hier.

Für Hintergrundgespräche, Interviews oder weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Die Vorständ*innen von diversity München e.V.: Joe Guggenberger, Jule Rönitz und Louisa Sommer


Pressemitteilung zum CSD 2026 und dem Bayerischen Aktionsplan Queer

Sehr geehrte Pressevertreter*innen, Liebe Interessierte,

Anlässlich des Christopher Street Day (CSD) München 2026 macht diversity München e.V. auf die weiterhin bestehenden Herausforderungen für junge queere Menschen in Bayern aufmerksam. Das diesjährige CSD-Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“ steht für eine offene und vielfältige Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gleichberechtigt leben können.

Mit der Veröffentlichung des Aktionsplans QUEER unter dem Namen „Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung“ hat die Bayerische Staatsregierung erstmals einen landesweiten Maßnahmenkatalog für die Belange queerer Menschen vorgelegt. Bayern ist damit das letzte Bundesland, das einen entsprechenden Aktionsplan verabschiedet hat.

Der nun vorgelegte Aktionsplan enthält einzelne wichtige Maßnahmen, bleibt dabei jedoch insgesamt deutlich hinter den Erwartungen und insbesondere den Vorschlägen der queeren Community zurück. diversity München e.V. und weitere Vertreter*innen queerer Organisationen wurden zwar in den Erarbeitungsprozess einbezogen, viele ihrer Forderungen und Bedarfe fanden jedoch keinen ausreichenden Niederschlag im Aktionsplan. Statt neuer, umfassender Maßnahmen setzt die Staatsregierung überwiegend auf bereits bestehende Projekte und Strukturen. Zusätzliche finanzielle Mittel für eine flächendeckende und langfristige Umsetzung fehlen weitgehend. Daher fordern wir den Freistaat Bayern auf, den Aktionsplan QUEER nach Vorschlägen der queeren Community anzupassen und landesweit umzusetzen.

Als queere Jugendorganisation mit dem Bildungsprojekt diversity@school haben wir insbesondere die Maßnahmen an Schulen genauer unter die Lupe genommen. Diese werden nicht spezifisch auf Queerfeindlichkeit ausgerichtet, sondern bleiben Teil allgemeiner Gewalt- und Mobbingprävention. Während der Aktionsplan explizit eine Wissensvermittlung zu sexuellen Orientierungen, Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit beschreibt, finden sich entsprechende Inhalte im LehrplanPLUS nicht ausdrücklich wieder. Wir fordern die explizite Verankerung queerer Themen in den Lehrplänen, nicht nur in fächerübergreifenden Zielen, sondern beispielsweise auch in Fächern wie Biologie, Geschichte und Politik. In der Lehrkräfteausbildung fehlen verbindliche Inhalte zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Stattdessen wird lediglich auf allgemeine Themen wie Werteerziehung oder Identitätsentwicklung verwiesen. Wir fordern also die Aufnahme queerer Lebensrealitäten sowie von Maßnahmen gegen Diskriminierung in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, sowie die Einrichtung einer landesweiten Beratungsstelle zur Unterstützung von Schulen bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

Auch wird sich im Aktionsplan auf die im LehrplanPLUS verankerte wertschätzende und inklusive Kommunikation berufen. Gleichzeitig hält die Staatsregierung am Genderverbot in staatlichen Einrichtungen und Schulen fest und beweist damit keinerlei Willen für wertschätzende und inklusive Kommunikation gegenüber queeren Menschen. Daher fordern wir die bayerische Staatsregierung auf, das Genderverbot abzuschaffen.

Auf Bildungsprojekte, wie sie diversity München e.V. mit diversity@school anbietet, und deren langfristige staatliche Finanzierung wird nicht eingegangen. Dabei leisten diese Projekte schon lange einen wesentlichen Beitrag zur Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten und zur Prävention von Diskriminierung. Es braucht die langfristige und bedarfsgerechte Finanzierung queerer Bildungs- und Aufklärungsprojekte durch den Freistaat.

Im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenhalts setzt die Staatsregierung vor allem auf zeitlich begrenzte Förderungen kommunaler Konzeptentwicklung, nicht aber zwingend aud die Umsetzung derselben. Besonders braucht es niedrigschwellige Angebote für queere Jugendliche und junge Erwachsene – vor allem im ländlichen Raum. Daher fordern wir, eine dauerhafte Finanzierung queerer Communitystrukturen, spezifisch auch für Jugendliche sowie finanzielle Unterstützung für Kommunen bei der Umsetzung communityfördernder Maßnahmen.

Auch bei den Beratungsangeboten verfolgt die Staatsregierung lediglich einen Minimalansatz. Zwar soll künftig in jedem Regierungsbezirk mindestens ein Beratungsangebot vorhanden sein, angesichts steigender Beratungsbedarfe fehlen jedoch langfristige Finanzierungen und dringend notwendige personelle Aufstockungen. Insbesondere im ländlichen Raum bleiben viele Versorgungslücken bestehen. Deshalb fordern wir den flächendeckenden Ausbau queerer Beratungsstellen in ganz Bayern, eine dauerhafte staatliche Finanzierung dieser Angebote und eine personelle Ausstattung, die dem steigenden Beratungsbedarf insbesondere junger queerer Menschen Rechnung trägt.

Unser Fazit

Wir begrüßen die grundsätzliche Anerkennung der Lebensrealitäten queerer Menschen durch die Bayerische Staatsregierung. Der vorliegende Aktionsplan bleibt jedoch in weiten Teilen eine Absichtserklärung ohne ausreichende finanzielle, strukturelle und insbesondere landesweite Umsetzung und kommt den Bedarfen und Vorschlägen der queeren Community nicht nach. Der CSD erinnert jedes Jahr daran, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht selbstverständlich ist. Doch Sichtbarkeit allein reicht nicht aus. Die Stärke unserer Vielfalt muss durch konkrete politische Unterstützung abgesichert werden. Daher ruft diversity München e.V. zum CSD Politik und Gesellschaft dazu auf, Vielfalt nicht nur zu feiern, sondern aktiv zu schützen und zu fördern. Die rund 1,4 Millionen queeren Menschen in Bayern brauchen mehr als symbolische Anerkennung – sie brauchen eine wirksame Strategie gegen Diskriminierung und für echte gesellschaftliche Teilhabe.

Natürlich gehen unsere Forderungen über diejenigen in Bezug auf den Aktionsplan hinaus und richten sich in Teilen auch an die Bundesregierung und die Kommunen. Die vollständigen politischen Forderungen des Vereins finden Sie hier.

Gerne stehen wir Ihnen für Hintergrundgespräche, fachliche Einschätzungen oder weitere Informationen zur Verfügung. Schreiben Sie an info@diversity-muenchen.de oder rufen Sie uns an unter 089 / 55266986 .

Mit freundlichen Grüßen
Die Vorständ*innen von diversity München e.V.: Joe Guggenberger, Jule Rönitz und Louisa Sommer


Pressebilder

Die zur Verfügung gestellten Pressebilder können gerne unter Angabe des Fotografen "Tomy Whey" zur Berichterstattung über diversity München genutzt werden.

Pressebild CSD2025 1

Pressebild CSD2025 3

Pressebild_CSD2026-1.jpg